Klimafreundliche Containerschifffahrt mit H2, Ammoniak und Methanol

Alternative Fuels können wesentlich zu einer klimafreundlichen Containerschifffahrt beitragen. Davon ist auch der Schweizer Logistikriese Kühne + Nagel überzeugt und verstärkt deshalb seine Bemühungen zur Dekarbonisierung der internationalen Containerschifffahrt.

Klimafreundliche Containerschifffahrt

Ein großer Teil des Welthandels erfolgt auf dem Seeweg. Die Schifffahrt ist damit für etwa drei Prozent der weltweiten Gesamtemissionen verantwortlich. Zum Vergleich: Die Emissionen Deutschlands machen etwa zwei Prozent am weltweiten CO2-Ausstoß aus. Grund Genug für zahlreiche Unternehmen, etwas zu verändern.

Gemeinsam mit Aker Clean Hydrogen, einem norwegischen Hersteller von CO2-neutralem Wasserstoff, Ammoniak und Methanol, will die Kühne + Nagel International AG nun den maritimen Logistiksektor dekarbonisieren. Künftig sollen umweltfreundliche Containertransporte angeboten werden. Um alternative Kraftstoffe in der Seeschifffahrt verwenden zu können, braucht es allerdings neue Schiffsmotoren. Daher werden derzeit bereits die ersten Containerschiffe mit der entsprechenden Antriebstechnologie gebaut. Die ersten sollen 2024 in See stechen.

Gerade in der Anfangsphase wird die Beschaffung der alternativen Kraftstoffe die größte Herausforderung darstellen. Darum gibt es eine klare Aufgabenteilung der beiden Unternehmen: Während Aker Clean Hydrogen den Zugang zu umweltfreundlichen Kraftstoffen sicherstellt, kümmert sich Kühne + Nagel in Zusammenarbeit mit seinen Speditionspartnern um die Buchung von Verträgen für umweltfreundlich transportierte Container.

Mass-Balance-Konzept für den Übergang von fossilen zu erneuerbaren Fuels

Aker Clean Hydrogen und Kühne + Nagel befinden sich bereits in fortgeschrittenen Gesprächen mit Containerschiffseignern, die das Ziel einer fossilfreien Schifffahrt teilen und ebenfalls auf Wasserstoff-, Ammoniak- und Methanolmotoren umstellen wollen.

Durch Partnerschaften mit den Reedereien können die Kunden des Transportunternehmens künftig über das sogenannte Mass-Balance-Konzept die benötigte Menge an grünen Treibstoffen für ihre Ladung einkaufen und so die CO2-Emissionen in ihrer Lieferkette sofort senken. Das Mass-Balance-Konzept (Massenbilanzierungsprinzip) funktioniert in diesem Fall ähnlich wie beim Ökostrombezug für Haushalte und Industrie: Der Verbraucher kauft die entsprechende Menge umweltfreundliche Energie ein und steigert damit den Anteil an grüner Energie im gesamten Stromnetz.

Laut Kühne + Nagel kann dieses System entscheidend zum Übergang von fossilen auf erneuerbare Schiffstreibstoffe beitragen. Jedes Mal, wenn der alternative Treibstoff für eine Containerladung gebucht wird, sinkt die Menge an fossilen Treibstoffen insgesamt. Knut Nyborg, CEO von Aker Clean Hydrogen, erklärt: „Mit dem Mass-Balance-Konzept von Kühne + Nagel und grünem Kraftstoff aus unseren geplanten Wasserstoff-, Ammoniak- und Methanolprojekten auf der ganzen Welt sind wir gut aufgestellt für den Übergang zu einer nachhaltigeren Zukunft für die globale Schifffahrt.“

Bis die neuen Containerschiffe in See stechen, können die Kunden von Kühne + Nagel durch CO2-Kompensation klimaneutral gestellte Seefrachtangebote in Anspruch nehmen. Insgesamt bemüht sich das Unternehmen, seinen CO2-Fußabdruck zu verkleinern: nicht vermeidbare CO2-Emissionen werden kompensiert und auch bei den Zulieferern wie Fluggesellschaften, Reedereien und Transportunternehmen wird auf eine Senkung der Treibhausgasemissionen hingewirkt.

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