Synthetisches Erdgas treibt Containerschiff an

Am 30. September 2021 wurde erstmals ein Frachtschiff mit klimaneutralem synthetischem Erdgas betankt. Läutet das die Energiewende zur See ein?

Synthetisches Erdgas für eine maritime Energiewende

Das Feeder-Containerschiff „ElbBLUE“ deutschen Reederei Elbdeich befährt
die Nord- und Ostsee – neuerdings auch mit synthetischem Erdgas als Treibstoff.
Foto: MAN Energy Solutions

Im Elbehafen Brunsbüttel ist erstmals ein Frachtschiff mit klimaneutralem synthetischem Schiffskraftstoff betankt worden. Das Feeder-Containerschiff „ElbBLUE“, das der deutschen Reederei Elbdeich gehört, bunkerte am 30. September rund 20 Tonnen synthetisches Erdgas (Synthetic Natural Gas, SNG) und setzte anschließend seine Fahrt nach St. Petersburg fort.

Der flüssige Kraftstoff wurde in einer Power-to-Gas-Anlage im niedersächsischen Werlte aus erneuerbaren Energien erzeugt. Grünes SNG kommt damit zum ersten Mal in der kommerziellen Schifffahrt zum Einsatz, heißt es in einer Pressmitteilung von MAN Energy Solutions. Die aufgenommene Menge werde die direkten CO2-Emissionen des Schiffs auf seiner Fahrt um rund 56 Tonnen reduzieren. Das bis vor einigen Jahren unter dem Namen „Wes Amelie“ bekannte Feeder-Containerschiff machte bereits 2017 mit der weltweit ersten Umrüstung seiner Motoren auf Gasantrieb Schlagzeilen. Dafür wurde die ursprüngliche, mit Schweröl betriebene MAN-Hauptmaschine umgerüstet. Als Mehrstoffmotor ermöglicht das Aggregat seither zusätzlich den Einsatz von flüssigem Erdgas (LNG) als Kraftstoff. Die Emissionen aus dem Betrieb des Schiffs seien dadurch bereits erheblich gesunken.

Der nächste Schritt: von LNG zu SNG

„Heute zeigen wir, dass jedes für den LNG-Betrieb nachgerüstete Schiff auch mit grünen Kraftstoffen aus Power-to-X betrieben werden kann – oder mit einem Kraftstoffmix. Dies ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung der Schifffahrt“, sagt Stefan Eefting, MAN Senior Vice President. Die Umstellung auf den LNG-Gasbetrieb reduziere die Emissionswerte eines Schiffs und synthetische Kraftstoffe wie SNG ermöglichten perspektivisch einen 100 Prozent klimaneutralen Betrieb.

Damit das Ziel einer klimaneutralen Schifffahrt erreicht werden kann, müssen aus Sicht des Unternehmens branchenweit alternative Kraftstoffe in großem Stil eingesetzt werden. Jetzt müssten jetzt die regulatorischen Voraussetzungen geschaffen werden, damit diese Kraftstoffe dem Markt in Zukunft zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung stünden. Eine direkte Elektrifizierung der Hochseeschifffahrt über Batterien sei technisch nicht darstellbar.

Mehr zum Thema Maritime Energiewende erfahren Sie im FutureFuels-Podcast „Wasserstoff, E-Fuels. LNG – wie wird die Schifffahrt klimaneutral?“

1 Kommentar

  1. Helmut Lutz

    Der technische Königsweg mit einer Massnahme das Klima zu retten ist Utopie. Die Maxime ist 8 Milliarden Menschen übernehmen primär die Gesamtverantwortung durch Zurücknahme überzogener Ansprüche mit dem Fern – Ziel Erhaltung unseres Lebensraumes. Sekundär muss Forschung und innovatives Denken mit grösster Energie, wie im Bericht erwähnt, in allen Bereichen voran getrieben werden.

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