Klimaneutrales Heizöl als Gamechanger!

Klimaneutrales Heizöl, also ein Brennstoff auf Basis erneuerbarer Energien, bietet der Ölheizung eine gute Perspektive für die Zukunft – das bestätigten namhafte Wärmemarkt-Akteure und Brennstoffexperten.

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Auf die zentrale Frage, was klimaneutrales Heizöl für die Zukunft der Ölheizung bedeutet, gab einer der großen Player der Branche beim Technologie-Forum „Neue flüssige Energieträger“ eine vielversprechende Antwort: „Flüssige Energieträger sind aus unserer Sicht Teil der Energiewende“, sagte Florian Ruppert vom Heizgerätehersteller Viessmann. Denn: „Öl ist für uns kein Selbstzweck, sondern eine Antwort auf einen klaren Kunden-Need. Rund zehn bis 20 Prozent des Wärmemarkts haben keine echte Alternative zu Öl, für diese Kunden brauchen wir grünes Heizöl“.

Heizölanbieter sind bereit

Neben der Mineralölindustrie mit ihrer Strategie „Clean Fuels for All“ steht auch der Energiehandel in den Startlöchern: Holger Purbs von Mobene berichtet von einer Testreihe, die noch in 2020 starten wird: „Gemeinsam mit einem großen Geräthersteller beginnen wir mit der Auslieferung von Heizöl mit 33 Prozent HVO-Anteil, inklusive entsprechender Additive. Die teilnehmenden Kunden können ihren CO2-Austoss damit um ein Viertel senken, ohne Anpassungen an der Heizanlage vornehmen zu müssen.“ Sein Unternehmen sehe darin eine große Chance, klimaneutrales Heizöl bei den Ölheizungs-Kunden und der Politik als moderne, umweltfreundliche und zukunftsträchtige Energie zu positionieren.

Für einen sicheren Betrieb mit den neuen Brennstoffen auf Basis erneuerbarer Energien sorgen die Additiv-Hersteller. Martin Müller von ERC erklärte, dass neue Brennstoffe natürlich auch neue Additive bräuchten. Eine der wichtigsten Voraussetzungen sei die Drop-In-Fähigkeit – also die Kompatibilität zu vorhandenen, konventionellen Brennstoffen. Außerdem spiele die Lagerstabilität wegen der sinkenden Verbräuche eine noch viel größere Rolle als etwa beim Einsatz neuer Fuels im Mobilitätssektor. Er gehe davon aus, dass die notwendige Additive für eine breitere Markteinführung zur Verfügung stehen.

Aus dem Brennstofflabor in die Praxis

Die Experten der Runde waren sich einig, dass es jetzt entscheidend sei, ins Tun zu kommen und all die theoretischen Erkenntnisse möglichst schnell in die Praxis umzusetzen. Insbesondere die Unsicherheit bei den Heizölkunden gelte es auszuräumen. „Wir müssen mit den alternativen Brennstoffen jetzt möglichst schnell in den Markt gehen und zeigen, dass es geht“, sagte Müller. Und Purbs ergänzte: „Die Ölheizung hat dank der Folgebrennstoffe Bestand – das gilt es den Kunden klar zu machen“. Einen Wunsch an die Politik, dem sich alle anschließen, formulierte Ruppert zum Abschluss: „Grünes Heizöl sollte auch im Gebäude-Energiegesetz als Erfüllungsoption anerkannt werden.“

Das Technologieforum wurde am 28. Oktober 2020 zum vierten Mal, in diesem Jahr erstmals als digitales Format, gemeinsam von IWO, MWV, OWI Science for Fuels und Tec4Fuels veranstaltet.

Hier geht es zum Stream der gesamten Veranstaltung auf zukunftsheizen.de 

1 Kommentar

  1. Tyler Padleton

    Danke für den interessanten Beitrag über klimaneutrales Heizöl. Wir heizen auch mit Öl und wussten nicht, dass es Bestrebungen gibt, dieses auch grün zu machen. Wir fragen mal bei dem Anbieter nach, bei dem wir unser Heizöl immer bestellen. Interessant, dass rund zehn bis 20 Prozent des Wärmemarktes keine echte Alternative zum Öl haben.

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