HyPipe Bavaria: Wasserstoffcluster für die Region Ingolstadt geplant

Unter dem Projektnamen „HyPipe Bavaria / H2-Cluster Ingolstadt“ plant ein Konsortium den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur im Großraum Ingolstadt. Dazu wurde jetzt eine Absichtserklärung unterzeichnet.

HyPipe Bavaria _ Ingolstadt von oben

Schlag auf Schlag geht es derzeit in Sachen Wasserstoff in Bayern voran. Nachdem erst Ende April eine Wasserstoff-Roadmap für den Freistaat präsentiert wurde, soll es nun auch in der Praxis vorangehen.

Konsortium für Wasserstoffinfrastruktur

Die Unternehmen Bayerngas, bayernets, die Bayernoil Raffineriegesellschaft, die Gunvor Raffinerie Ingolstadt sowie die Stadtwerke Ingolstadt (SWI) haben eine Absichtserklärung für den Aufbau eines Wasserstoffclusters unterzeichnet. Unter dem Projektnamen „HyPipe Bavaria / H2-Cluster Ingolstadt“ plant das Konsortium den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur im Großraum Ingolstadt. Diese soll die Versorgung der beteiligten Industriestandorte und der Region mit Wasserstoff sicherstellen. Darüber hinaus hat mit Audi auch schon ein potenzieller Nutzer den Letter of Intent unterzeichnet. Der Autohersteller hat in der oberbayerischen Stadt seinen Unternehmenssitz und betreibt dort auch seinen größten Produktionsstandort.

Dekarbonisierung von Raffinerien

Auch die Raffinerien von Bayernoil und Gunvor können nachhaltigen Wasserstoff bereits in naher Zukunft einzusetzen und würden so die Dekarbonisierung ihrer Produktionsprozesse vorantreiben. Darüber hinaus sind nach Auskunft des Konsortiums noch weitere Anwendungen im Gewerbe, Transport sowie die Wärmeversorgung von Unternehmen und privaten Haushalten über die Netze der beteiligten Netzbetreiber denkbar. Der Wasserstoff kann über das zukünftige Wasserstofftransportnetz überregional bezogen, teilweise auch regional erzeugt und verteilt werden. Auf die Bedeutung eines Anschlusses Bayerns an die (inter-)nationale Wasserstoffpipeline-Infrastruktur wurde auch bereits in der Wasserstoff-Roadmap für den Freistaat hingewiesen.

Umstellung von Erdgas auf Wasserstoff

Die Netzbetreiber bayernets, Energienetze Bayern und SWI Netze sind wichtige Partner für die Anbindung an das zukünftige Wasserstofftransportnetz durch die Umstellung bestehender Erdgasleitungen auf Wasserstoff und den Aufbau eines regionalen Transportnetzes, welches Erzeugungsanlagen und Verbraucher von Wasserstoff effizient miteinander verbindet. Außerdem müssten laut Konsortium für den Bezug des Wasserstoffs Handels- und Vertriebsargumente berücksichtigt werden. Dieses Know-how, ergänzt durch ihre Lösungsansätze für eine dezentrale Wasserstofferzeugung in Bayern, sollen die Konsortialpartner Bayerngas und die SWI Energie einspeisen.

HyPipe Bavaria Konsortium

Anschluss an nationales und europäisches Netz bis 2030

Die so entstehende Wasserstoffinfrastruktur wird nach Fertigstellung von allen interessierten Marktteilnehmern genutzt werden können. Das weitere Ziel besteht darin, die Voraussetzung für eine rasche Anbindung an die nationale und europäische Wasserstofftransportinfrastruktur zu schaffen. Diese wird von den Partnern bis spätestens 2030 angestrebt.

Nach Einschätzung des Konsortiums wird die Wasserstoffinfrastruktur ein wesentlicher Baustein zum Erreichen einer klimaneutralen Energieversorgung in 2040 für den Industrie-, Verkehrs- und Gebäudesektor im Großraum Ingolstadt darstellen. Sie gilt auch als Voraussetzung für den Aufbau europäischer und internationaler Lieferketten für klimaneutralen Wasserstoff.

1 Kommentar

  1. Enamul Dr. Dr. Hoque

    Das ist ein richtiger Schritt für die künftige Energie-Versorgung ohne negative Folgen für die Umwelt.

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