Ölbeheizte Gebäude können Klimaziele erreichen

Wir alle schätzen ein warmes und gemütliches Zuhause. Eine zuverlässige Heizung ist viel wert. Doch wie können wir künftig auch klimaschonend heizen? Hierfür gibt es zahlreiche Optionen. Es mag manchen überraschen: Auch die rund zehn Millionen Haushalte in Deutschland, die durch eine Ölheizung mit Wärme versorgt werden, können die Klimaziele erreichen – ohne Systemwechsel. Wie das funktionieren kann, zeigt eine Studie des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung Dresden (ITG). Neben dem Einbau neuer Technik und Verbesserungen der Gebäudehüllen kommt dabei regenerativen flüssigen Brennstoffen eine wichtige Rolle zu.

Rund 5,5 Millionen Ölheizungen sind deutschlandweit in Betrieb. Die meisten von ihnen versorgen Ein- und Zweifamilienhäuser auf dem Land oder an den Rändern der Städte – also in Gegenden, die häufig von Fernwärmeleitungen oder dem Gasnetz gar nicht oder nicht wirtschaftlich erreicht werden. Auch der Umstieg auf Pellets oder eine Wärmepumpe ist für viele dieser Gebäude allein schon aus technischen Gründen keine sinnvolle Option.

Das ist auch nicht nötig, wie die Studie des ITG zeigt, denn ölbeheizte Häuser sind besser als ihr Ruf: Die jährlichen Treibhausemissionen sind von 1990 bis 2017 immerhin bereits um überdurchschnittliche 45 Prozent gesunken. Zum Vergleich: Der gesamte Gebäudesektor hat im gleichen Zeitraum lediglich eine Emissionsminderung von 38 Prozent erzielt.

Klar ist allerdings auch: Um die ehrgeizigen Klimaziele für 2030 zu erreichen, ist ein ambitionierteres Vorgehen als in der Vergangenheit unerlässlich. Notwendig sind insbesondere deutlich mehr Heizungsmodernisierungen und Maßnahmen an der Gebäudehülle sowie die Einbindung erneuerbaren Stroms in Öl-Hybridheizungen. Durch die Digitalisierung im Gebäudebereich, Stichwort „Smart Home“, können weitere Einsparpotenziale gehoben werden. Auch brennstoffseitige Treibhausgas-Minderungsoptionen dürften zur Zielerreichung beitragen. So richtig zum Tragen werden die Vorteile erneuerbarer Brennstoffe jedoch in der Zeit nach 2030 kommen.

Denn um bis 2050 den CO2-Ausstoß um 80 bis 95 Prozent zu verringern, müssen alle Karten auf den Tisch. Zusätzlich zu den bereits genannten Maßnahmen kommen treibhausgasreduzierte flüssige Energieträger ins Spiel, die das fossile Heizöl zunehmend ersetzen. Mehr Informationen zu der Studie, die vom Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) in Auftrag gegeben wurde, sind unter www.zukunftsheizen.de/iwo-klimastudie zu finden.

Der Weg zu mehr Klimaschutz im Gebäudebestand:
Effizienz-Steigerung – Einbindung erneuerbarer Energien – Einsatz treibhausgasreduzierter Brennstoffe

Grafik: IWO

3 Kommentare

  1. Eicke-Hennig Energieinstitut Hessen

    In der Grafik fehlt die Wirkung der Wärmedämmung von ölbeheizten Gebäuden Hybridheizung macht technisch nur Sinn, wenn der Gebäudewärmebedarf durch Dämmung sinkt, sonst ist die JAZ zu schlecht und der Windradbedarf/Ölrestbedarf hoch. In der Dämmung findet die Ölwirtschaft die komplette Alternative zur Umrüstung “Weg vom Öl”, allerdings um den Preis, dass Euer Absatz schrittweise über Jahrzehnte um 80 % sinken wird. Aber an sinkenden Absatz ist die Heizölbranche ja seit Jahrzehnten gewöhnt.

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    • Christian Halper

      Hallo Herr Eicke-Hennig,

      vielen Dank für Ihren Hinweis vom 26.04.2020. Wir haben Ihr Feedback, dass der Gebäudewärmebedarf durch Dämmung sinken muss, nun auch in der grafischen Darstellung berücksichtigt. Der explizite Hinweis hat in der Vorgängerversion tatsächlich gefehlt, an anderen Stellen hatten wir auf die Dämmung immer in dazugehörigen Textpassagen hingewiesen.

      Viele Grüße

      Christian Halper (IWO-Projektleiter Modellvorhaben)

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  2. Nico Alberts

    Ich hätte nicht gedacht, dass deutschlandweit rund 5,5 Millionen Ölheizungen in Betrieb sind. Interessant, dass es hierzu eine Studie des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung gab. Gut zu wissen, dass zur Erreichung des Klimaziels 2030 mehr Heizungsmodernisierungen und Maßnahmen an der Gebäudehülle notwendig sind.

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